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Wo es in der Loipe "Dobry Den"und "Pozor" heißt
Das Skilanglaufgebiet Gibacht/Cerchov bietet grandiosen Winterspaß ohne
Grenzen
Längst der Kategorie "Geheimtipp" entschwunden ist das grenzüberschreitende
Skilanglaufgebiet Gibacht/Cerchov, denn immer mehr Fans der schmalen Bretter
haben in den letzten Jahren dieses einmalige Winterparadies entdeckt. Dieses
Langlaufzentrum liegt beiderseits der bayerisch-tschechischen Grenze
zwischen den Städten Domazlice und Klenci sowie Waldmünchen und Furth im
Wald. Es umfasst auf einer Höhenlage von 600 bis 1000 Metern Teile des
Böhmerwaldes und des Bayerischen Waldes. Für dieses grenzenlose
Skilanglaufvergnügen steht ein bestens präpariertes Loipennetz mit einer
Gesamtlänge von rund 60 Kilometern zur Verfügung, das darauf wartet,
erkundet zu werden.
Der deutsche Skilangläufer darf nicht überrascht sein, dass er bei der
Begegnung mit anderen Loipen-Freaks schon mal Namen hört, die ihm vielleicht
noch fremd sind: "Dobry Den" oder vielleicht auch mal "Pozor", wenn auf
einer lang gezogenen rasanten Abfahrt eine Kollision droht. Das sind dann
unsere tschechischen Freunde, bei denen der Skilanglauf einen noch höheren
Stellenwert einnimmt als bei uns. "Dobry Den" heißt auf deutsch "Guten Tag"
und "Pozor" Achtung. Vielleicht einmal mit einem "Dekuji" (Danke) zu
antworten, wäre sicherlich nicht verkehrt.
Es sind in der Zwischenzeit schon viele Freundschaften in der Loipe oder in
den beliebten Rastpunkten "Gibacht", "Bendahütte" oder "Bistro am Cerchov"
entstanden. Um zum letztgenannten Punkt auf 1042 Meter zu kommen, muss der
Skilangläufer allerdings die Loipe in der Nähe des Malinova Hora
(Himbeeren-Berg) verlassen und einen Abstecher von rund 800 Metern Länge in
Kauf nehmen. Doch für die Mühen des Anstiegs entschädigt dort eine
gigantische Winterlandschaft und ein herrliches Panorama, das bei günstiger
Wetterlage sogar einen Blick bis in das Dachsteingebirge gewährt. Vorsicht
ist allerdings geboten bei dem Teilstück, das wieder zur Loipe zurückführt.
Ungeübte Langläufer sollten hier am besten kurz die Brettln abschnallen.
Die Loipen sind in verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt. Die
Loipenlängen können anhand von Übersichtsplänen, die sich an den
Einstiegsstellen befinden, individuell zusammengestellt werden, je nach
Können und Ausdauer.
Besonders reizvoll ist die 13,5 Kilometer lange Spur um das Cerchov-Massiv,
die am schnellsten vom Gibacht aus zu erreichen ist. Doch dazu muss erst das
rund 5,5 Kilometer lange Teilstück über den Brombeerriegel bis zur
Sattelhütte bewältigt werden, das als Aufwärmung für den Rundkurs betrachtet
werden kann.
Für Anfänger geeignet sind die Rundloipe in Althütte sowie die Tiefer
Graben-Loipe (Einstieg ebenfalls von Althütte aus) sowie die Loipe am
Voithenberg. Über die Tiefer Graben-Loipe und den Grenzübergang
Lehmgrubenweg kann ebenfalls die Cerchov-Loipe erreicht werden. Dazu gibt es
am Gibacht einen schönen Kurs über fünf Kilometer und eine
Drei-Kilometer-Skating-Strecke. Nicht unerwähnt lassen darf man die vier
Kilometer lange Loipe zwischen Herzogau und Althütte, die abwechselnd
anspruchsvolle Aufstiege und Abfahrten bietet.
Das Gebiet um Gibacht und Cerchov hat insbesondere im Winter seinen Reiz,
wenn tief verschneite Bäume und Felsen, Raureif an Hütten und Ästen, blauer
Himmel und Sonnenschein, klirrende Kälte und dampfender Atem einen Ausflug
auf den Langlaufskiern zu weitaus mehr machen als "nur!" zu einer sportlichen
Betätigung - nämlich auch zu einer Erholung für Seele und Geist.
Obwohl von Jahr zur Jahr immer mehr Langläufer dieses Gebiet kennen und
lieben lernten, ging das Gefühl der Einsamkeit in den weiten Wäldern nicht
verloren und es kann durchaus sein, dass dem Langläufer auch mal ein
Auerhahn begegnet, der am Cerchov erfolgreich wiede reingebürgert wird. Wer
jedoch Kontakt sucht, und das ist bei Skilangläufern durchaus so üblich, der
findet ihn - auch sehr zum Wohl der deutsch-tschechischen Verständigung. Ein
Schluck aus dem mitgeführten Flachmann hat oft schon mehr bewegt als viele
Worte.
Übrigens findet am 4. Februar 2007 der mittlerweile 10. grenzüberschreitende
Volksskiwandertag statt, an dem sich jährlich weit über 300 tschechische und
bayerische Skilangläufer beteiligen. Er führt diesmal vom bayerischen
Gibacht ins böhmische Capartice.
Karl Reitmeier
Weitere Informationen zu dem Langlaufgebiet rund um den Gibacht finden Sie hier 

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